Ein Leben in der Luft: Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben in der Luft. Es gibt wohl keinen Vogel, der so perfekt an das Leben in der Luft angepasst ist wie der Mauersegler. Die Jagd auf Insekten, die Wasseraufnahme, Balz und Paarung, selbst der Schlaf finden im Flug statt.
Zugverhalten: Den grössten Teil des Jahres verbringen die rastlosen Segler im Dauerflug über dem afrikanischen Kontinent. Ein festes Winterquartier wie andere Zugvögel suchen sie nicht auf, sondern folgen in der Luft stets den günstigsten Witterungs- und Nahrungsverhältnissen. Mitte April bis Mitte Mai kehren sie nach Europa zurück, um bei uns zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen, ehe die meisten sich schon Anfang August wieder auf die grosse Reise begeben. Dabei finden die Jungvögel ihren Weg ganz allein und ziehen unabhängig von ihren Eltern. Vom Moment ihres Ausfliegens an sind sie völlig selbständig.
Westeuropäische Mauerseglerpopulationen ziehen bisherigen Erkenntnissen zufolge über Frankreich, Spanien, Gibraltar nach Afrika, wobei sie häufig dem Verlauf von Flüssen folgen. Frühe Zieher “bummeln“ ins Winterquartier, späte “hetzen“ über Europa hinweg, meist in großen Höhen, so dass man solche Nachzügler kaum noch zu Gesicht bekommt.
Brutstätten: Die Brutstätten von Mauerseglern liegen in meist unerreichbaren Höhen verborgen unter den Simsen und Dachsparren mehrgeschossiger älterer Gebäude oder in Nischen und Höhlen von hohen Stützmauern, Burgen und Ruinen. Solch Plätze bieten hervorragenden Schutz nicht nur vor etwaigen Feinden, sondern auch vor extremer Witterung und werden leider bei uns immer seltener. Bevorzugt brüten Mauersegler in Kolonien. Dabei verteidigt jedes Paar eine abgeschlossene Nisthöhle mit eigenem Zugang, die über Jahrzehnte immer wieder benutzt wird. Die zunehmende Vernichtung ihrer angestammten Bruthöhlen durch Neubauten, Renovierungen und Dachversiegelungen, ohne bestehende Kolonien zu erhalten oder Ersatz zu schaffen, stellt eine auf Dauer bedrohliche Entwicklung dar.
Mauersegler tun sich sehr schwer bei der Erschließung neuer Nistmöglichkeiten. Auch sind sie mehr und mehr gezwungen, auf drittklassige Plätze auszuweichen, die ungenügenden Schutz vor Hitze oder Kälte bieten und der Brut immer wieder zum Verhängnis werden. Die in den letzten Jahren erheblich zunehmende Zahl von Mauersegler-Findlingen in Deutschland könnte als ein Indiz hierfür gelten.
Nistplätze - erhalten und schaffen Mauersegler ziehen ihre einzige Jahresbrut nur in Europa auf. Doch immer häufiger geschieht es, dass die Segler bei ihrer Rückkehr im Frühling ihre Nisthöhlen nicht mehr vorfinden.
Wie groß ist die Chance, Mauersegler gezielt anzusiedeln? Langjährige Untersuchungen in Deutschland und den Niederlanden beweisen, dass eine gezielte Ansiedlung in vielen Fällen möglich ist. Mauersegler sind sehr standorttreu. Um eine bewohnte Kolonie kreisen stets Wohnungssuchende. Brüten schon Segler an ihremHaus, werden zusätzlich angebotene Nistplätze sicher schnell bezogen. Auch Brutvögel in der Nachbarschaft erhöhen Ihre Chancen, wenn Sie die gefiederten Sommerboten am eigenen Heim ansiedeln möchten. In Gebieten hingegen, in denen kaum Mauersegler nisten, wird eine Ansiedlung schwierig, denn sie tun sich schwer mit der Erschließung neuer Nistmöglichkeiten und gewöhnen sich nicht leicht an Nisthilfen, die nicht ihrem “Suchbild‘ entsprechen (Anflug von unten unter Dachrinne oder Dachvorsprung).
Haben Sie Geduld, wenn Mauersegler die neuen Wohnungen nicht sofort annehmen; manchmal dauert es Jahre.
Schwalben und Mauersegler stehen unter Schutz Die Untere Landschaftsbehörde mahnt Schwalben und Mauersegler stehen unter Schutz
KREIS METTMANN. Im Frühjahr und Sommer wird der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann vermehrt gemeldet, dass aus unterschiedlichsten Gründen Nester von Mehlschwalben und Mauerseglern an Häuserfronten abgeschlagen werden und die Nutzung von Mauerspalten für Mauersegler verhindert wird. Die Untere Landschaftsbehörde macht darauf aufmerksam, dass Schwalben und Mauersegler zu den besonders geschützten Tierarten gehören. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, die Nester zu beschädigen oder zu zerstören. Verstöße werden mit einer Geldstrafe belegt. Der Zugang zu bestehenden Nestern darf auch nicht durch Baugerüste, Netze, Folien oder Ähnliches versperrt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch vor Bau- und Sanierungsarbeiten eine Befreiung von den Verboten erteilt werden. Arbeiten zur Sanierung sollten aber bevorzugt in den Monaten von September bis Februar durchgeführt werden. Der Schutzstatus für Schwalben- und Mauerseglernester gilt ganzjährig – also auch dann, wenn die Nester kurzzeitig oder vorübergehend nicht benutzt werden, etwa weil sich die Bewohner auf der Nahrungssuche oder gar im südlichen Winterquartier befinden, erwartungsgemäß aber die Nester danach wieder aufsuchen. Während der Brutzeit kann es passieren, dass Hauswände und Fenster vom Kot beschmutzt werden. Einen wirksamen Schutz für Hausfassaden gegen die unerwünschte Verschmutzung bieten Kotbretter. Durch das Anbringen eines etwa 30 Zentimeter breiten Brettes 40 Zentimeter unter den Nestern, das den Kot und das Nistmaterial auffängt, kann die Verschmutzung massiv reduziert werden. Übrigens: Schwalben und Mauersegler am Haus dezimieren lästige Insekten wie Mücken, Fliegen und Blattläuse. Auch aus diesem Grund sollte jeder dazu beitragen, dass der Lebensraum der Tiere erhalten bleibt. Fragen zum Thema beantwortet die Untere Landschaftsbehörde: